Optimierung: Arten und Notwendigkeit


Optimierung: Viele Arten, alle nützlich?

Spricht man heutzutage von einer "Optimierung" im Bezug auf Internetseiten, so sind mitunter völlig unterschiedliche Dinge im Webdesign gemeint:

Alle diese Optimierungen werden auf dieser Seite jedem Interessierten erläutert. Dabei wird nicht nur auf die Frage "Wie geschieht eine Optimierung?" eingegangen, sondern auch der Un/Sinn dieser Optimierungen beschrieben.

Und jetzt: Viel Spaß bei der Reise durch die verschiedenen Optimierungen!

Zu groß...zu klein...genau richtig? - Die Bildschirmauflösung!

Bildschirm-Icon Viele Seiten waren und sind immer noch für eine bestimmte Bildschirmauflösung optimiert. Wobei hierbei "Bildschirmauflösung" nicht wirklich gemeint ist...eigentlich meint man mit der "Bildschirmauflösung" den "Viewport des Browsers" - also die Größe der Anzeigefläche wenn alle Icons und sonstige Navigationsleisten des Browsers herausgerechnet wurden. Eine Webseite nach einer festgelegten Größe des Viewports zu gestalten ist jedoch völlig unsinnig: Was tun denn alle PDA, PSP oder NintendoDS-Besitzer die mit ihrer Spielekonsole mal kurz das Kinoprogramm abrufen wollen?

Eine Webseitengröße ergibt sich ganz automatisch bei der Entwicklung des Designs. Der Designer überlegt sich schon zu Beginn seiner Arbeit, bei welcher Auflösung die fertige Webseite zu sehen sein soll. Dies ist auch unbedingt nötig, denn wer möchte schon auf ein Icon klicken, das kaum größer als ein Pixelfehler ist? Aber das ganze "Optimierung" zu nennen? Eigentlich ist es ein Unding: Eines der genialsten Dinge im Internet ist, dass alle Seiten überall auf allen möglichen Bildschirmen und Größen stets gut lesbar sind...wenn der Designer einige einfache Regeln einhält: Gedanken über Anordnung und Aufteilung der Seite vorausschicken, Design visualisieren und verkleinern und stets auch mit anderen Auflösungen und Endgeräten beschäftigen.

Ein Hinweis "Optimiert für 1024*768" ist also nicht etwa ein Grund schnellstmöglich die Auflösung zu ändern, sondern eher sich schnellstmöglich nach anderen Seiten umzuschauen bei denen der Designer bessere Arbeit geleistet hat. Gerade im Zeitalter von mobilen Endgeräten wie Handys und PDAs und den dementsprechend winzigen Anzeigeflächen der Geräte ist dieser Hinweis ein Unding!

Ich sehe was, was du nicht siehst?

Symbolische Internetweltkugel Dass durch die im Abschnitt Browsergeschichte erwähnten Geschehnisse heutzutage eine Menge Browser existieren, dürfte zu diesem Zeitpunkt schon offensichtlich sein. Dass diese unterschiedlichen Browser die selbe Webseite jedoch ganz verschieden anzeigen und man somit als Webdesigner zu Anpassungen neigt ist vielleicht nicht direkt einleuchtend! Im folgenden Abschnitt werden wir sehen, wieso sich Browser so verhalten.

Ein Browser verarbeitet Textdateien mit HTML und/oder CSS-Informationen. Diese Dateien bestehen aus einfachem Text und standardisierten Auszeichnungsinformationen (bspw. KURSIV_EIN Kursiver_Text KURSIV_ENDE). Um diese Informationen in eine Webseite umzuwandeln bedient er sich eines kleinen Hilfsprogramms (einer sogenannten Rendering engine). Dieses interpretiert die Informationen in den Textdateien (Endung ".html") und erzeugt durch diese Interpretationen die Texte, Bilder und Animationen für die Website. Dabei werden die Elemente auf der Seite positioniert und angezeit. Da jeder Browser jedoch ein anderes Hilfsprogramm zur Anzeige nutzt geschieht die Darstellung auf unterschiedliche Art - so kann es zum Beispiel sein, dass Hilfsprogramm "A" die obere Linke Ecke bei der Pixel-Position (0|0) ansetzt, Hilfsprogramm "B" die obere linke Ecke aber bei (5|5) -> Es entstehen Unterschiede bei der Darstellung! Und jetzt, für die ganz Wissbegierigen, alles nochmal ausführlich:

Rendering engines - Dateien her, Spot on...

Symbol für eine HTML Seite Eine "Rendering engine" ist ein Programmteil eines Browsers der dafür sorgt, dass HTML- und CSS-Textdateien eingelesen und auf dem Bildschirm als formatierter Text, Grafik, Animation etc. ausgegeben werden. Dieser Vorgang wird als rendern bezeichnet. Während der Internet Explorer eine Rendering Engine namens Trident verwendet nutzen die Produkte der Mozilla Foundation (Firefox, SeaMonkey oder Thunderbird) ein Rendermodul namens Gecko. Opera nutzt eine Engine namens Presto, Konqueror KHTML und Safari die auf KHTML basierende Engine mit dem Namen Webkit.

Jede dieser verschiedenen Rendering Engines unterstützt eine unterschiedliche Anzahl von Technologien und Spezifikationen und wurde aus verschiedenen Ansätzen heraus entwickelt. Während eine Entwicklergemeinde versuchte, Unterstützung für alle geltenden Standards und hohe Fehlertoleranz bei gleichzeitiger Plattformunabhängigkeit(Linux,Windows...) zu gewährleisten (Gecko,KHTML / WebKit und Presto), liegt nach meiner eigenen Meinung der Hauptaugenmerk der Entwickler von Microsofts Trident darauf, eine halbwegs aktuelle Unterstützung für aktuelle Technologien zu implementieren und gleichzeitig proprietäre Entwicklungen ("ActiveX", Verzahnung IE und Windows) zu fördern. Dies wiegt umso schwerer, da die neuen Versionen des Windows Internet Explorers in der Vergangenheit sehr lange auf sich warten ließen - Zwischen der Version 6.0 ohne Bugfix und der Version 7.0 liegen nun immerhin 5 Jahre.
So wirkt es leider, als ob man versucht die gröbsten Fehler und Ungenauigkeiten der letzten Version durch ein Update in einer neuen Version zu behen, ohne dadurch die Zeit zu haben, wirkliche Innovationen oder neueste Technologien in die Entwicklung miteinzubeziehen.

Wünschenswert wäre es, wenn es Microsoft gelingen würde den Vorsprung zur Konkurrenz aufzuholen. Denn sowohl die Anwender (durch neue Innovationen) als auch die Web-Entwickler (durch konsistente Webseitenansichten) würden davon profitieren.

Sag mir wer du bist...ich sag dir ob ich dich möchte - Die Zielgruppenoptimierung

Symbol für Nutzer und Zielgruppen Die Zielgruppe einer Webseite ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema in unzähligen Webdesign-Agenturen. Ist es beispielsweise notwendig, dass bei der Gestaltung einer Seite über Milchpumpen die Zielgruppe "Mann" beachtet wird. Ist es überhaupt möglich Zielgruppen einer Seite genau festzulegen? Oder ist es womöglich so, dass beide Partner gemeinsam surfen?!

Die Zielgruppe einzugrenzen macht durchaus Sinn und auch das Design sollte zielgruppengerecht sein, aber eine Zielgruppenoptimierung ist defacto keine Optimierung sondern eine notwendige Grundüberlegung beim Beginn der Arbeit.

Zusammenfassung - Optimierung?...(fast) nie nötig!

Nur in sehr seltenen Fällen ist es sinnvoll, eine Seite auf einen bestimmten Browser hin zu optimieren. Denn ist es beispielsweise so, dass eine Firma ausschließlich Windows-Clients einsetzt, ausschließlich den Windows Internet Explorer benutzt und in jedem Fall Fähigkeiten von ActiveX nutzen muss so wird sie um eine Optimierung auf den Internet Explorer wohl kaum herumkommen.

Und für alle jene, die eine ausführlichere Meinung zum Thema Optimierung erwarten, gibt es noch eine letzte Seite: Die Fazit - Seite